Kreative Arbeit unter KI-Druck
Am Freitagabend, dem 5. Dezember 2025, lud die Linksfraktion Hamburg zu einer gut besuchten Diskussion in den Kaisersaal des Rathauses ein. Rund 100 Besucher*innen kamen, um gemeinsam über die Folgen der rasanten Verbreitung generativer KI für Kunst, Kultur und Medien zu sprechen. Der große Andrang zeigte: Das Thema bewegt viele – in Hamburg ebenso wie bundesweit.
In der Runde diskutierten Donata Vogt-Schmidt, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Digitalpolitik der Fraktion Die Linke, Lena Falkenhagen (ver.di), Bundesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), sowie Sebastian Sudrow, Fachanwalt für IT-Recht und Vorstand des Instituts für KI und demokratische Transformation. Die Moderation übernahm Marie Kleinert, netz- und kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion Hamburg.
Im Mittelpunkt standen die Veränderungen durch generative KI-Systeme, die viele Kreative zunehmend unter Druck setzen: Aufträge brechen weg, Honorare sinken, Berufsbilder verändern sich grundlegend. Lena Falkenhagen schilderte eindrücklich, wie herausfordernd die aktuelle Lage für Autor*innen, Künstler*innen und Medienschaffende bereits jetzt ist. Diskutiert wurde, wie sich Kreative gegen Ausbeutung, Lohndumping und Urheberrechtsverletzungen durch KI-Plattformen wehren können – und welche politischen und gewerkschaftlichen Antworten es braucht, um Kulturarbeit im digitalen Kapitalismus zu sichern.
Trotz der ernsten Themen gelang es am Ende, etwas Hoffnung zu stiften: Deutlich wurde, dass digitale Fragen sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene einen höheren politischen Stellenwert einnehmen.
Der Abend endete mit einem regen Austausch bei einem Glas Wein, bei dem viele neue Kontakte geknüpft wurden.

