Kühne-Oper: Bunte Bilder dienen dem Senat als Feigenblatt. Mögliche Sanierung der alten Oper gleichberechtigt prüfen!

Hektisch und überstürzt hat die Kulturbehörde heute morgen zu einer Pressekonferenz eingeladen, bei der der Siegerentwurf für den vom Senat und dem Milliardär Klaus-Michael Kühne geplanten Neubau einer Staatsoper auf dem Baakenhöft in der HafenCity vorgestellt wurde.

Dazu Marco Hosemann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „So undemokratisch, wie die Planung der Kühne-Oper begonnen hat, geht sie weiter: Erst die Hinterzimmer-Gespräche zwischen Senat und Herrn Kühne. Dann ein architektonisches Qualifizierungsverfahren als Ersatz für einen Wettbewerb, das aber mit gerade mal fünf ausgewählten Architekturbüros der Bedeutung dieser Aufgabe nicht gerecht wird. Und schließlich wird zur heutigen Pressenkonferenz mit nicht mal drei Stunden Vorlauf eingeladen. Geheimsache Staatsoper: Kritik und eine öffentliche Debatte sind nicht erwünscht. Lieber versuchen Senat und Mäzen, die Öffentlichkeit mit schönen Bildern vom Neubau der Staatsoper zu überzeugen. Das viele Grün des Entwurfs ist aber nur ein Feigenblatt, das Kritik und die Folgen dieses Neubaus verdecken soll. Der geplante Neubau wurde gar als Beispiele für Nachhaltigkeit bezeichnet. Das ist vollkommen lächerlich – das Nachhaltigste wäre es, die Staatsoper an der Dammtorstraße zu sanieren und an neue Anforderungen für den Spielbetrieb anzupassen. Das ist möglich und muss nun gleichberechtigt zum geplanten Neubau geprüft werden. Erst dann ist eine finale Entscheidung möglich. Und auch um die Folgen einer neuen Staatsoper auf dem Baakenhöft für die Nachbarschaft durch die Zunahme von Verkehr und Tourismus hat sich noch niemand gekümmert – auch das muss sich ändern, bevor die Stadt sich von einem steuerbefreiten Milliardär den Bau eines neuen Opernhauses diktieren lässt.“

Dazu Marie Kleinert, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion: “So schön sich das auch in der Präsentation heute alles anhören mochte: Am Ende wird entscheidend sein, wer hier mitspielen darf, wie zugänglich das Haus für alle Hamburger*innen sein wird und ob es dem geschichtsträchtigen Ort gerecht wird.“