Lost Place im Holzhafen? Stadt schneidet Hausboote vom Ufer ab

Zwei Tage vor Weihnachten hat der LIG (Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen) versucht, im Moorfleeter Holzhafen die Versorgungsleitungen und den Zugang zu drei Hausbooten zu sperren. Nachdem die Polizei dies unterbunden hat, wurden die Besitzer*innen der Hausboote am 23.12. per Aushang dazu aufgefordert, innerhalb von 14 Tagen eine neue Zuwegung abseits des Landgrundstücks zu bauen. Nach einer jahrelangen juristischen Auseinandersetzung um das landseitige Grundstück am Moorfleeter Holzhafenufer werden die Betroffenen nun also durch die Behörden von ihren Hausbooten abgeschnitten. Nachdem die Räumung des Landgrundstücks bereits im August letztinstanzlich entschieden wurde, wird nun auch der Zugang zu den Hausbooten über dieses Grundstück vollständig blockiert, die Versorgung unterbunden, wie aus einer Anfrage der Linksfraktion hervorgeht.

Dazu Stephan Jersch, Bergedorfer Bürgerschaftsabgeordneter der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Wie sich durch meine Anfrage herausstellt, ist die konkrete Situation vor Ort dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) und der von ihm beauftragten Immobilienfirma nicht bekannt gewesen – und das trotz der langen juristischen Auseinandersetzung. Und nun wälzt die Stadt ihr Unwissen auf die Hausboot-Lieger*innen ab und besteht darauf, dass das landseitige Grundstück vollständig abgesperrt wird und die Hausboote damit keine Zuwegung mehr haben. Abseits der rein juristischen Frage und meiner Verwunderung, wie die zumindest in Moorfleet allgemein bekannten Umstände der Stadt unbekannt sein konnten, sollte klar sein, dass die vollständige Sperrung der Zuwegung und Zuleitung zu gefährlichen Situationen führen kann. Ich erwarte, dass der völlig übertriebene Druck bei der Sperrung des Grundstücks zugunsten einer einvernehmlichen Lösung mit den Hausbootpächter*innen runtergefahren wird – hier entsteht ein städtischer Lost Place – so kann man nicht umgehen mit den Menschen dort.“