Mord in Wandsbek: Femizide sind Ausdruck patriarchaler Gewalt, nicht von Herkunft

Am Freitag wurde eine 18-jährige Frau von einem 25-Jährigen am U-Bahnhof Wandsbek Markt in den Tod gerissen – ein Gewaltverbrechen von äußerster Brutalität. Dabei hatte die junge Frau nach bisherigen Erkenntnissen keine Beziehung zum Täter, offenbar kannten sie sich nicht einmal. Es ist jedoch kein Einzelfall, dass Frauen immer wieder Opfer tödlicher männlicher Gewalt werden.

Dazu Hila Latifi, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Femizide haben unterschiedliche Erscheinungsformen. Gemeinsam aber ist ihnen ein Machtverhältnis, in dem Frauen als verfügbar, angreifbar und entbehrlich behandelt werden. Dabei bedeutet der öffentliche Raum für viele Frauen bis heute Unsicherheit, permanente Wachsamkeit und reale Gefahr – insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Diese Erfahrung ist kein individuelles Gefühl, sondern gesellschaftliche Realität. Umso abstoßender ist die Reaktion der AfD auf dieses Verbrechen. Die rechtsextreme Partei instrumentalisiert den Tod der jungen Frau, um rassistische Hetze zu betreiben – sie missbraucht das schlimmste Ereignis im Leben einer Familie für ihre politische Agenda. Das ist nicht nur geschmacklos, sondern zutiefst menschenverachtend. Fest steht: Gewalt gegen Frauen wird nicht durch Herkunft erklärt, sondern durch Machtverhältnisse, durch fehlende Prävention, durch gesellschaftliche Gleichgültigkeit und politische Untätigkeit. Wer diesen Mord instrumentalisiert, lenkt ganz bewusst von der Verantwortung ab, Frauen wirksam zu schützen. Die Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum ist eine zentrale Frage von Freiheit, Gleichberechtigung und öffentlicher Verantwortung – sie darf nicht für eine rassistische Agenda missbraucht werden.“