Neue Grundsteuer: Tausende Hamburger*innen am Stadtrand massiv benachteiligt

Die Grundsteuerreform des Senats trifft Hamburger*innen am Stadtrand sowie viele Gewerbetreibende mit voller Wucht: Versprochen worden war „Fair für Alle“, doch eine Anfrage der Linksfraktion zeigt nach den ersten Grundsteuerbescheiden ein erschreckendes Bild: Bei über 100.000 Wohnimmobilien und rund 10.000 Gewerbeflächen sind die Forderungen um bis zu 400 Prozent gestiegen und bei rund 5.000 Wohnimmobilien und 1.300 Gewerbeflächen sogar bis zu 1000 Prozent! Bei den wenigen Haushalten, die eine Entlastung erfahren, sank der fällige Betrag bei der Mehrheit nur zwischen 25-50%. Hinzu kommt: Das gesamte Grundsteueraufkommen bei Nutzflächen steigt bereits im ersten Jahr der Reform um 18 Millionen Euro. Besonders problematisch ist aber auch, dass bei den Gewerbeimmobilien keinerlei Differenzierung nach Lage erfolgt. Es wird nicht erfasst, ob eine Fläche sich in der Innenstadt oder im Randgebiet befindet – mit fatalen Folgen für Betriebe fernab des Zentrums.

Dazu Xenija Melnik, wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Das erhöhte Grundsteueraufkommen belastet vor allem Klein- und Mittelständische Unternehmen. Die ungleiche Verteilung des Grundsteueraufkommens ist alles andere als ‚fair für alle‘. Wir fordern den Senat auf, die Grundsteuer zügig sozial und gerecht zu korrigieren, die tatsächlichen Lebens- und Standortbedingungen einzubeziehen und endlich Transparenz zu schaffen. Die großen Unternehmen, die in der Innenstadt die Vorzüge einer besseren Lage genießen, dürfen nicht auch noch von einer ungerechten Steuererleichterung profitieren.“

Unsere Anfrage:

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