Prekäre Jobs an Hochschulen: Beschäftigte brauchen Tarifvertrag

Die Tarifrunde der Länder geht in die nächste Runde – darunter fallen auch die Gespräche über die Zukunft studentischer Beschäftigter. In der ersten Verhandlungsrunde erklärte Finanzsenator Andreas Dressel für die Tarifgemeinschaft deutscher Länder bereits, dass weiterhin keine Notwendigkeit für eine tarifliche Absicherung der Student*innen bestehe. Im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen fordert die gewerkschaftliche Initiative „TVStud“ jedoch endlich einen Tarifvertrag mit längeren Vertragslaufzeiten, fairen Mindestlöhnen, gesicherten Mindestarbeitszeiten und echten Mitspracherechte für die über 4.000 studentischen Beschäftigten an den Hamburger Hochschulen.

Eine Große Anfrage der Linksfraktion zeigt nun, dass trotz bestehender Vereinbarungen die Arbeitsbedingungen an Hamburgs Hochschulen von Unsicherheit geprägt sind, auch weil diese Vereinbarungen arbeitgeberseitig immer wieder unterlaufen werden: So arbeiten rund 51 Prozent der studentischen Beschäftigten im Rahmen kurzer, befristeter Arbeitsverträge – oftmals in aufeinanderfolgender Befristung. Darüber hinaus reichen die Löhne nicht, um die Lebenshaltungskosten in Hamburg zu bezahlen: Berechnungen der Initiative zeigen, dass mindestens die Hälfte der studentischen Beschäftigten die durchschnittlichen Kosten für ein WG-Zimmer (ca. 620 Euro laut MMI) nicht durch ihre Beschäftigung decken können. Zusätzlich kam es im vergangenen Jahr in gut 650 Fällen zu Verspätungen bei Lohnauszahlung und -anpassung. Die Zahlen aus der Anfrage bestätigen somit die Einschätzungen von TVStud: Studentische Arbeit ist in Hamburg zu oft prekär.

Dazu Kay Jäger, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Arbeitsbedingungen für Student*innen an den Hamburger Hochschulen sind so schon lange nicht mehr tragbar. Die Tarifierung der studentisch Beschäftigten ist längst überfällig, um die Arbeitsbedingungen fair zu gestalten. Wir können nicht weiter hinnehmen, dass faktisch Beschäftigte des Landes derart ausgebeutet werden. Der Senat muss als Arbeitgeber endlich für bessere Arbeitsbedingungen sorgen, als Verhandlungsführer hat Andreas Dressel hierbei eine entscheidende Rolle. Keine Befristungen mehr, faire Löhne und gesicherte Mindestarbeitszeiten müssen her! Für gute Arbeit und die Mitbestimmung studentischer Beschäftigter braucht es endlich einen TVStud!“