Straßensozialarbeit: Senat lässt obdachlose Menschen im Stich
Zum 1. Januar 2026 sind 3,79 Straßensozialarbeiter*innen für obdachlose Menschen weniger in Hamburg im Einsatz. Das ergibt die Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion. Hintergrund dafür ist eine Neukonzeptionierung der Straßensozialarbeit.
Dazu Olga Fritzsche, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Von einem Tag auf den anderen fehlen fast vier Straßensozialarbeiter*innen. Vor dem Hintergrund, dass in diesem Winter bereits 18 obdachlose Menschen gestorben sind, ist diese Entscheidung nicht nur unverständlich, sondern völlig verantwortungslos. Dass sich die ohnehin prekäre Situation obdachloser Menschen in den Wintermonaten weiter zuspitzt, dürfte auch dem Senat bekannt sein. Für viele Betroffene ist die Straßensozialarbeit der erste – und oft auch der einzige – Kontakt zum Hilfesystem. Aufsuchende Sozialarbeit ist Beziehungsarbeit. Sie lebt von Vertrauen und Kontinuität. Diese Strukturen wurden nun zum Stichtag gekappt, ohne dass die angekündigten neuen Stellen bereits besetzt sind. Dass sich auf die neu ausgeschriebene Straßensozialarbeit für drei Bezirke lediglich zwei Träger beworben haben, lässt nichts Gutes erwarten. Umso dringlicher ist es, dass der Senat jetzt umgehend sicherstellt, dass die Straßensozialarbeit ohne weitere Brüche gewährleistet wird.“
