Corona frisst Wohnung – Hilfe muss langfristig wirken!

  • 24. März 2020

Das von der Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Krise geplante 156 Milliarden Euro umfassende Hilfsprogramm soll unter anderem Wohnungskündigungen wegen Zahlungsschwierigkeiten verhindern. „Das ist wichtig, aber die vorgesehenen drei Monate reichen nicht: Kündigungen müssen für die gesamte Dauer der Krise ausgeschlossen werden“, erklärt Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Auch die reine Stundung von schlimmstenfalls über viele Monate aufgetürmten Mietschulden helfe nicht: „Hier ist ein klarer Schnitt notwendig. Wer heute schon weit mehr als ein Drittel seines Einkommens für die Mietkosten aufbringt, dürfte auch in zwei Jahren nicht in der Lage sein, aufgewachsene Schulden zurückzahlen. Deswegen sollten Haushalte mit Zahlungsschwierigkeiten von Mietschulden befreit und im Einzelfall auch Mietsenkungen überlegt werden.“

Zugleich müssen aus dem Hilfsprogramm der Bundesregierung aber auch Vermieter_innen geschützt werden, sofern sie durch ausbleibende Mietzahlungen tatsächlich in existenzielle Not geraten, fordert Sudmann: „Damit sind nicht börsennotierte Wohnungsunternehmen gemeint, denen es um die Dividenden für ihre Aktionär_innen geht. Wir brauchen Schutzmechanismen für die sozial- und gemeinnützig agierenden Vermieter_innen.“