Jede_r fünfte Hamburger_in ist armutsgefährdet

  • 13. Dezember 2018

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat heute seinen Armutsbericht 2018 vorgelegt. Die Kernbotschaft: Armut ist kein Rand- oder Minderheitenproblem und in der Breite absolut kein Migrationsproblem. Im Gegenteil: Armut ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jede sechste Person in Deutschland ist von Armut betroffen – rechnerisch rund 13,7 Millionen Menschen. Die ganz überwiegende Mehrheit davon ist berufstätig oder in Rente, beinahe jede_r zehnte Erwerbstätige ist arm!

„Entgegen der weit verbreiteten Annahme sind es nicht die Mini-Jobber_innen, die von Armut betroffen sind. Insbesondere befristet Beschäftigte und Menschen in Zeit- und Leiharbeit sind von Armut betroffen“, kommentiert Cansu Özdemir, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Hinzu kommt, dass immer noch Alleinerziehende mit Abstand das höchste Armutsrisiko haben.“

Bundesweit lag die Armutsgefährdungsquote 2017 bei 15,8 Prozent, in Hamburg mit 14,7 Prozent leicht darunter. Bezieht man jedoch die hohen Lebenshaltungskosten in Hamburg ein, liegt die Quote in Hamburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt, nämlich bei 18,7 Prozent. Über sieben Prozent der Erwerbstätigen und fast 35 Prozent der Alleinerziehenden sind in Hamburg armutsgefährdet.

„Die Zahlen sprechen für sich“, so Özdemir. „Mit Blick auf die wachsende Armut in der Stadt braucht es eine sozialpolitische Umsteuerung. Hamburg braucht dringend eine behördenübergreifende Anti-Armuts-Strategie!“