Todesfall in der Jugendhilfe: Senat bleibt alle Antworten zu Abläufen im ASD schuldig
Nach dem Todesfall einer 15-jährigen, die in einer Jugendwohngruppe lebte und in der Nacht zum 12. Juli tot in der Wohnung ihrer Mutter in Bramfeld aufgefunden wurde, stellen sich Fragen zu den strukturellen Abläufen in der Jugendhilfe. Der Senat lässt eine Anfrage der Linksfraktion dazu gänzlich unbeantwortet.
Dazu Jan Libbertz, familienpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Erschütternde Ereignisse wie dieses werfen immer auch Fragen nach dem Funktionieren der Strukturen in der Hamburger Jugend- und Familienhilfe auf. Und an der Beantwortung dieser Fragen haben wir als parlamentarische Opposition genau wie die hiesige Bevölkerung ein berechtigtes Interesse. Seit Jahren weisen Fachkräfte – auch aus den bezirklichen ASDs (Allgemeiner Sozialer Dienst) selbst – und Träger der Hamburger Jugendhilfe gemeinsam mit uns auf strukturelle Probleme beim ASD hin: Große Fluktuation, hoher Krankenstand, zu viele Dokumentationen, zu wenig Zeit für die Kinder und ihre Familien. Hausbesuche, regelmäßige Hilfeplangespräche, erweiterte kollegiale Beratung – all das fällt dann allzu oft hintenüber. Unsere Fragen, wie etwa die nach dem zeitlichen Raster der Hilfeplangespräche oder der Kenntnis einer möglichen psychischen Erkrankung der Mutter, werden deshalb aus unserer Sicht trotz des wichtigen Sozialdatenschutzes irgendwann beantwortet werden müssen. Denn wenn strukturelle Probleme bei diesem Todesfall eine Rolle gespielt haben, muss das Konsequenzen haben.“
