Ungewollte Schwangerschaften: Versorgungslücke bei Abtreibungen in Hamburg
Die Anzahl der Praxen, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten, ist im Vergleich zum Vorjahr gefallen – das erklärt der Hamburger Senat in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion. Die genaue Zahl wird nicht angegeben, der Senat schreibt lediglich von „über 50“ und begründet den Rückgang pauschal mit der Gründung von Gemeinschaftszentren.
Dazu Hila Latifi, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Der Senat redet sich die Versorgung schön, doch die Realität sieht anders aus: Immer weniger Praxen bieten Abbrüche an, Betroffene finden oft keine wohnortnahen Angebote. Dass der Senat trotzdem von einer gesicherten Versorgung spricht, ist blanke Verharmlosung.“ Weiterhin erfasst der Senat keine Belästigungen und Verweigerungen von Ärzten, keine Zahlen zu Wohnsitz oder Komplikationen bei Schwangerschaftsabbrüchen. Außerdem besorgniserregend: Es fehlt an einer unabhängigen Ombudsstelle, bei der sich Betroffene beschweren können. Beschwerden sollen an die Behörde selbst gehen.
Latifi: „Wer Versorgungslücken und Belästigungen nicht einmal erfassen will, nimmt sie billigend in Kauf. Hamburg muss endlich Transparenz schaffen, unabhängigen Schutz für alle Betroffene einrichten und dafür sorgen, dass Schwangerschaftsabbrüche überall erreichbar sind.“
