Union Busting am Hamburger Flughafen?
Behindert das weitgehend städtische Unternehmen Groundstars aktive
Gewerkschaftsarbeit und Organisierung in Betriebsräten? Um diese Frage geht es am morgigen Dienstag, 23.09. um 11:00 Uhr vor dem Arbeitsgericht Hamburg. Der
Hintergrund: Groundstars ist eine 100-prozentige Tochter der Flughafen Hamburg GmbH. Schon am 18. August wurde der Kollege Ramazan S. unter Fortzahlung seiner Bezüge ohne Begründung freigestellt. Dieser arbeitet seit 2014 für das Unternehmen in der Gepäckbeförderung am Flughafen, seit 2023 als Schichtleiter. Ver.di Hamburg hat Klage auf Wiederbeschäftigung erhoben.
Dazu Kay Jäger, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke:
„Wenn ein aktiver Gewerkschafter ohne Begründung von der Unternehmensleitung
freigestellt wird, liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um Union Busting handelt, also die aktive Behinderung von gewerkschaftlicher Arbeit. Das ist nicht nur illegal sondern widerspricht auch in jeder Hinsicht den in Deutschland gültigen Prinzipien der betrieblichen Mitbestimmung. Demokratie darf nicht vor dem Werkstor enden – schon gar nicht bei einem zu großen Teilen städtischen Unternehmen wie Groundstars. Dass die Geschäftsleitung nach Auskunft der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) überdies reihenweise Personalgespräche mit Kolleg*innen von Ramazan geführt und diese über ihn ausgefragt hat, ist nicht hinnehmbar. Solche Einschüchterungsversuche dürfen keinen Platz in den
Unternehmen unserer Stadt haben. Wir unterstützen deshalb die Klage auf Beschäftigung in der bisherigen Position.“
