Unterbringung von Geflüchteten: Überfüllte Unterkünfte und immer weniger Plätze
Der Senat vermeldet, dass die Ankunftszahlen zurückgegangen sind. Dies macht sich auch in der geringen Auslastung der Erstaufnahmen bemerkbar. In dem umstrittenen Notstandort Schlachthofstraße etwa halten sich nur noch 248 Personen auf. Angesichts des drastischen Abbaus von Kapazitäten in den Folgeunterkünften gibt es dort jedoch eine deutliche Verschärfung der Situation. Nach dem Lagebild der Stadt vom Mai 2026 warten über 3.800 Menschen auf einen Platz in einer Folgeunterkunft. Auf eine Anfrage der Linksfraktion antwortet der Senat nun, dass die Folgeunterkünfte eine Auslastung von 102,3 Prozent haben. Dazu kommt: Zu keinem einzigen der Standorte, über deren Verlängerung der Senat verhandelt, gibt es bislang eine konkrete Vereinbarung. Im Jahr 2026 soll es nur einen Kapazitätsaufbau von ca. 400-500 Plätzen geben, während ca. 2.500 Plätze wegfallen.
Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Der rot-grüne Senat fährt gerade die Unterbringung von Wohnungslosen und Geflüchteten an die Wand – auf Kosten der Integration und auf Kosten der Mitarbeitenden von Fördern & Wohnen und in den Fachstellen für Wohnungsnotfälle, die täglich Unterkunftsschließungen, Verlegungen und Neuzugänge in einem längst kollabierten System bewältigen müssen. 122 Unterkünfte mit einer Auslastung von 100 Prozent und mehr sprechen eine eigene Sprache. Dabei ist die Zukunft von 50 Standorten, deren Schließung bis spätestens zum Jahresende ansteht, noch ungewiss. Hinzu kommt, dass im neuen Asylsystem die Beachtung von Vulnerabilitäten eine größere Rolle spielt. Ich fordere den Senat auf, unverzüglich einen Plan vorzulegen, wie eine menschenwürdige Unterbringung in unserer Stadt erreicht werden kann.“
