Versorgungslücke droht: Linke fordert Sicherung der Weiterbildung von Psychotherapeut*innen

2020 wurde die Ausbildung von Psychotherapeut*innen grundlegend reformiert. Ähnlich wie bei der Ausbildung von Ärzt*innen gibt es nun „Psychotherapeut*innen in Weiterbildung“, die tariflich bezahlt werden sollen. Allerdings fehlt bisher auf Bundesebene eine Refinanzierung der Weiterbildungsstellen. Entsprechend konnten nur viel zu wenige Stellen geschaffen werden. Die Linksfraktion fordert in ihrem Antrag in der Bürgerschaftssitzung am 17.6. Maßnahmen Bundes- und Landesebene: Hamburg soll eine Bundesratsinitiative für eine gesetzliche Finanzierung der Weiterbildung ergreifen, vorübergehend Mittel für 50 zusätzliche Weiterbildungsplätze über die Kassenärztliche Vereinigung bereitstellen, Weiterbildungskapazitäten in der Krankenhausplanung und bei Investitionsmitteln stärker berücksichtigen sowie Fördermöglichkeiten für Psychotherapeutinnen in Weiterbildung mit Schwerbehinderung prüfen.

Dazu Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der
Hamburgischen Bürgerschaft: „Seit der Reform der Ausbildung der Psychotherapeut*innen ist im Bund in Sachen Finanzierung der Weiterbildungsstellen nichts passiert. Das ist schlicht Arbeitsverweigerung. Hier muss Hamburg der Bundesregierung Beine machen und vor Ort vorübergehend Abhilfe schaffen. Mehr als die Hälfte der Psychoterapeut*innen in Hamburg ist über 60 Jahre alt. Die fehlende Finanzierung gefährdet auf mittlere Sicht die Versorgung und ist ein Schlag ins Gesicht der angehenden Psychotherapeut*innen.“