„Wer nach Afghanistan abschiebt, nimmt den Tod in Kauf“

Am gestrigen Dienstag erhängte sich ein 23-jähriger Geflüchteter in Kabul. Er war am 4. Juli zusammen mit weiteren 68 afghanischen Geflüchteten aus Deutschland abgeschoben worden, wo er acht Jahre gelebt hatte – in Hamburg. „Die Hansestadt hat sich bisher an jeder Massenabschiebung nach Afghanistan beteiligt. Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt die Abschiebung in das von Terror und Krieg erschütterte Land“, kritisiert die flüchtlingspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Christiane Schneider. „Afghanistan ist nicht sicher, die Zahl auch der zivilen Opfer ist groß und wächst. Abgeschobene Geflüchtete haben angesichts von hunderttausenden Binnenflüchtlingen zumeist keine Chance, sich ein neues Leben in Afghanistan aufzubauen. Wie groß muss die Verzweiflung des jungen Mannes gewesen sein?“

Die Fraktion DIE LINKE fordert SPD-Innensenator Grote auf, jede weitere Abschiebung nach Afghanistan zu unterlassen. „Wer nach Afghanistan abschiebt, nimmt den Tod in Kauf“, so Schneider. „Deshalb muss es einen bundesweiten sofortigen Abschiebestopp geben. Der Forderung nach einem Rücktritt oder der Entlassung Seehofers, der sich auf widerwärtig-zynische Weise über die 69 jüngst abgeschobenen Geflüchteten lustig gemacht hat, schließen wir uns an.“