Amt für Migration: Rassistische Aussagen bleiben ohne Konsequenzen

Rassistische Aussagen im Hamburger Amt für Migration werden nicht als solche erkannt und bleiben ohne Konsequenzen – das zeigt eine Anfrage der Linksfraktion. Während einer behördlichen Schulung zu geschlechtsspezifischer Gewalt stellte eine Mitarbeiterin des Amtes für Migration wiederholt einen pauschalen Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt und Herkunft her, obwohl Frauenhausmitarbeiterinnen als Expertinnen für das Thema deutlich widersprachen.

Dazu Hila Latifi, Fachsprecherin für Feminismus der Fraktion Die Linke in der
Hamburgischen Bürgerschaft: „Hier wird ein eigentlich ernstes Thema verdreht: Gewalt gegen Frauen wird nicht mehr als gesellschaftliches Problem und Ausdruck patriarchaler Machtverhältnisse gesehen, sondern bestimmten Gruppen zugeschoben. Das untergräbt Gleichstellungspolitik und reproduziert rassistische Erzählungen, nach denen migrantische Männer zur als Ursache von Gewalt markiert und zu Sündenböcken gemacht werden. Dass der Senat das nicht erkennt, die Aussage nicht klar benennt und daraus keine Konsequenzen zieht, ist schwer nachvollziehbar. So entsteht der Eindruck, solche Aussagen seien in Ordnung. Gerade jetzt, wo rechte und rassistische Narrative immer präsenter werden, ist das ein gefährliches Signal, vor allem in Behörden, die so viel Einfluss auf das Leben von Menschen haben.“