Anfrage enthüllt: Schwerwiegende Hygienemängel in der Unterkunft Überseering

Die Interimsunterkunft am Überseering 26, in der hauptsächlich Ukrainer*innen leben, kommt immer wieder in die Schlagzeilen, zuletzt wegen gefährlicher Brände. Nun zeigt eine Anfrage der Linksfraktion, dass der Betrieb der Unterkunft zum 01.04.2026 vom DRK an Fördern & Wohnen übergegangen ist. Im Zuge der Übergabe fand am 22.04.2026 eine Begehung mit dem Institut für Hygiene und Umwelt (HU) statt, bei der erhebliche Hygiene- und Instandhaltungsbedarfe im Bereich der Sanitäranlagen, Flure und Treppenhäuser sowie Teeküchen festgestellt wurden. Fördern & Wohnen musste diverse Maßnahmen wie etwa Instandsetzungen und sogar Prüfung der Anpassung der Sanitärkapazitäten veranlassen und dies am 05.05.2026 (also nach Beantwortung unserer Anfrage) vom HU überprüfen lassen. Unter solchen herausfordernden Umständen müssen auch 359 Kinder und Jugendliche leben. Hinzu kommt eine Unterbringung in 4- bis 10-Bett-Räumen bei einer durchschnittlichen Verweildauer von 18 Monaten. Es gibt Menschen, die bereits drei Jahre unter diesen Umständen leben müssen.

Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft dazu: „Es sieht nicht so aus, als sei die Übergabe der Unterkunft Überseering vom DRK zu Fördern & Wohnen so rund gelaufen, wie der Senat behauptet. Sonst wäre nicht so eine gravierende Nachbesserung bei der Hygiene notwendig. Entgegen der Ansicht des Senats scheint das HU auch die Sanitärkapazitäten nicht für ausreichend zu halten. Dies alles ist das Ergebnis einer viel zu dichten Belegung mit langer Verweildauer. Die geplante Reduzierung auf 900 Personen an diesem Standort reicht nicht. Der Senat muss hier kurzfristig zumindest den in der öffentlich-rechtlichen Unterbringung üblichen Standard mit Doppelzimmern einführen und die 10-Bett-Zimmer für Familien abschaffen. Auch innerhalb von Familien muss es eine Rückzugsmöglichkeit geben. Es ist Aufgabe der Stadt, für eine ordentliche Unterbringung zu sorgen.“