Grasbrook: Bitte keine HafenCity II

Heute hat der Senat rechtliche, finanzielle und organisatorische Voraussetzungen für die Planung eines neuen Stadtteils auf dem Grasbrook beschlossen. Allein 120 Millionen Euro will der Senat für Verlagerungen, Umstrukturierung und Flächenherrichtungen für die Hafenwirtschaft bereitstellen, damit diese auf jetzige Hafenflächen verzichte. “Ein Innovationsstadtteil” mit 16.000 Arbeitsplätzen und 3.000 Wohnungen, davon ein Drittel öffentlich-gefördert, solle hier entstehen. Bürgermeister Tschentscher sprach von der Fortsetzung der HafenCity-Vision nach Süden.

„Es ist gut zu sehen, dass der Hafen ungefährdet auch auf weniger Fläche existieren kann. Die spannende Frage ist, wofür genau der Senat nun 120 Millionen. Euro ausgeben will. Auffällig an der heutigen Präsentation ist jedoch das Fehlen eines positiven Bezugs auf den Stadtteil Veddel“, sagt  Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Schon auf der ersten öffentlichen Veranstaltung hätten die Veddeler_innen gefragt, welchen Nutzen sie von dem Nachbarstadtteil bekommen würden. Heute sei davon keine Rede gewesen. Die HafenCity würde wie die Vorzeigetochter präsentiert, die Veddel wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelt.

„Die Veddel hat eine Tradition als Stadtteil mit günstigen Wohnungen  für Menschen mit wenig Einkommen. Auch heute brauchen wir viele günstige Wohnungen in Hamburg und nicht noch mehr teure Wohnungen wie in der HafenCity. Eine Innovation wäre es, hier einen lebendigen, urbanen Stadtteil für Menschen mit wenig Geld zu bauen.“ Die LINKE werde sich auch weiterhin dafür einsetzen, statt vieler Bürobauten die Messe auf den Grasbrook zu verlagern. Damit wäre nicht nur der Lärmschutz für die Wohnbebauung gut zu realisieren, sondern auch eine große innerstädtische und gut erschlossene Fläche für Wohnungsbau mitten in der Stadt frei.