Hamburger Fraunhofer-Forschung fürs Klima – und fürs Militär?

  • 28. Juni 2019

Die Forschung am Fraunhofer-Center für Maritime Logistik (CML) soll dazu beitragen, Schiffe umweltfreundlicher und den Handel klimafreundlicher zu gestalten. „Das ist ein gutes Ziel – ob es auch so erreicht wird und wie das der Hansestadt zugutekommt, ist allerdings fraglich: Die Fraunhofer Institute behalten Patente in ihren Forschungsverbünden oder geben sie an beteiligte Unternehmen. Bund und Länder, die das finanzieren, gucken meist in die Röhre“, erklärt Martin Dolzer, wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Und noch wichtiger: Wir können nur hoffen, dass nicht unter dem Deckmantel dieser neuen Initiative auch militärisch nutzbare Forschung im Rahmen von Dual Use betrieben wird.“

Zwar gibt es an den Hamburger Fraunhofer-Standorten laut Eigendeklaration bisher lediglich zivile Forschung. „Im Ausschuss wollte die Wissenschaftsbehörde auf unsere Nachfrage aber nicht ausschließen, dass die Ergebnisse des CML auch militärisch genutzt werden“, so Dolzer. „Dieses Risiko ist real: Zum Beispiel arbeitet Aptomar, ein norwegischer Forschungspartner am CML-Schiffsdrohnen-Projekt MUNIN, direkt mit der Rüstungsindustrie zusammen. Und auch an zukünftigen Projekten des CML sind in der Rüstung aktive Unternehmen und Institutionen beteiligt.“

Einen Antrag der Fraktion DIE LINKE, die weitergehende Zusammenarbeit und Förderung der in Hamburg ansässigen Fraunhofer-Institute von einer Zivilklausel abhängig zu machen und so militärische Forschung zumindest nicht zu unterstützen, hatten SPD und Grüne vor zwei Jahren abgelehnt.