Immer weniger Stellen: Hamburgs Steuervollzug ist in Gefahr
Die Personalnot in der Hamburgischen Steuerverwaltung spitzt sich weiter zu. Das zeigt die Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion. Am 1. Januar 2026 waren demnach 250 Stellen in der Steuerverwaltung nicht besetzt. Allein in der Betriebsprüfung fehlen über 150 Prüfer*innen. Das hat spürbare Auswirkungen auf die Zahl der Betriebsprüfungen. Die Prüfungsquote bei Großunternehmen ist von 24 Prozent im Jahr 2024 auf 20 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Die Quote bei mittelgroßen Betrieben sank von 19 auf 13 Prozent. Die Zahl der Steuerfahndungsprüfungen reduzierte sich von 3.543 auf 3.467. Logische Folge: Statt 54,6 Millionen im Jahr 2024 wurde nur noch ein Mehrergebnis von 45,3 Millionen Euro erzielt. Die Zahl der eingeleiteten Steuerstrafverfahren sank von 784 auf 559.
Dazu David Stoop, haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Steuerverwaltung in Hamburg ist weiterhin eklatant unterbesetzt. Und diese Personalnot hat sich im vergangenen Jahr sogar nochmal verschlimmert! Die Versuche des Senats, dem entgegenzuwirken, sind offensichtlich unzureichend. Das gefährdet einen ordnungsgemäßen Steuervollzug und das Ziel der Steuergerechtigkeit. Die Prüfquoten gerade bei Großunternehmen befinden sich im Sinkflug. Dabei wissen wir doch, dass ein*e Betriebsprüfer*in im Schnitt Mehreinnahmen von 736.000 Euro im Jahr einbringt. Eine unterbesetzte Steuerbehörde kommt den Haushalt also teuer zu stehen. Und auch die Steuerfahndung leitet immer weniger Verfahren ein. Es darf nicht sein, dass Steuerbetrüger ungeschoren davonkommen, weil die Steuerverwaltung unzureichend ausgestattet wird.“
