Inklusionsaufgaben gerechter verteilen, Schulen angemessen ausstatten!

  • 6. Dezember 2017

Zur Aktuellen Stunde „Notfall Inklusionsklassen: Kollaps von Grund- und Stadtteilschulen verhindern!“ erklärt Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „In den Grund- und Stadtteilschulen ist die Not groß. Obwohl sie bei der Umsetzung der Inklusion großartige Arbeit leisten, können sie diese Aufgabe nicht alleine stemmen. Das Problem der fehlenden Schulbegleiter ist nicht gelöst, die Ausstattung ist so schlecht, dass die vermeintliche Wahlfreiheit längst zur Farce verkommen ist.“

Inklusion ist ein in der UN-Behindertenrechtskonvention verbrieftes Recht, das den sozialen Ausgleich, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Respekt vor Vielfalt und Unterschiedlichkeit sicherstellen soll – doch die Realität in Hamburg sieht anders aus. „Die soziale Spaltung hat sich seit der Einführung der Inklusion und des Zwei-Säulen-Modells verstärkt“, so Boeddinghaus. Die Höhe des sonderpädagogischen Förderbedarfs im Bereich Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung (LSE) hängt in den vierten Klassen im Schuljahr 2016/17 stark von der sozialräumlichen Lage ab: So ist die LSE-Förderquote in Stadtteilen in schwieriger sozialer Lage am höchsten, in Stadtteilen mit sozial stabilem Umfeld aber nur minimal. „Es ist paradox, dass Schulen mit einem hohen Anteil armer Familien die höchste Inklusionsleistung erbringen müssen. Auch das D 30- Schulprogramm ist nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Boeddinghaus. „Was wir brauchen, ist eine sofortige Stärkung der Schulen in sozial schwierigen Lagen, mittelfristig sollte die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für eine gelingende Inklusion gerechter verteilt werden!“