Integrationszentren: Senat zerschlägt bewährte Strukturen
Aufregung rund um Hamburgs Integrationszentren: Wie eine Anfrage der Linksfraktion ergab, wurden die betroffenen Träger im Mai 2026 über das Ende der Förderrichtlinie für Integrationszentren zum Jahreswechsel informiert. Immer wieder betonte der Senat, dass er eine konzeptionelle Neuausrichtung wolle. Angeblich bestünden andere Bedarfslagen. Der Zuschlag für die SBB Kompetenz GmbH zeigt nun, was wirklich gewollt ist – nämlich eine vor allem arbeitsmarktorientierte Ausrichtung in Bezug auf die Personen, die bislang noch Leistungen beziehen. Für die bisherigen Träger bedeutet das die Entlassung von hochqualifizierten Mitarbeiter*innen. Ihr Fortbestand steht zum Teil in Frage. Damit würde dann auch die oft in den gleichen Räumen angebotene Migrationsberatung nicht mehr im bisherigen Umfang fortgeführt werden können.
Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Ich kann nachvollziehen, dass der Senat Menschen in Unterkünften erreichen und in Arbeit bringen will, die bislang noch nicht erreicht wurden. Bisherige Versäumnisse können damit aber nicht wett gemacht werden. Aus unserer Sicht müsste das Sozialmanagement in den Unterkünften von Anfang an soziale Arbeit machen, um die Menschen richtig ‚abzuholen‘. Stattdessen streicht der Senat die bisherige Arbeit der Integrationszentren ersatzlos und zerschlägt die Trägerstrukturen, die sich seit mehr als 20 Jahren in unserer Stadt bewährt haben. Beratung zu aufenthaltsrechtlichen Fragen, Familiennachzug oder Problemen mit Behörden kann nun nur noch deutlich reduziert angeboten werden. Der Senat tut das sehenden Auges vor dem Hintergrund der Bundeskürzungen bei der Migrationsberatung. Das kommt einem Kahlschlag gleich und darf so nicht umgesetzt werden.“
