Kirchenasyl: Hardliner Tschentscher bedient rechte Narrative

Medienberichten zufolge hat der Hamburger Erste Bürgermeister Peter Tschentscher seinen CDU-Amtskollegen in Berlin scharf dafür kritisiert, dass dieser der Bitte Hamburgs, Abschiebungen von Personen aus Hamburger Zuständigkeit aus dem Kirchenasyl zu ermöglichen, nicht nachgekommen ist. Er habe das als Missbrauch des Kirchenasyls bezeichnet.

Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Dem Ersten Bürgermeister ist offenbar nichts mehr heilig – nicht einmal das Kirchenasyl. In Hamburg hat er zusammen mit dem zuständigen Innensenator Andy Grote im vergangenen Herbst ein Kirchenasyl brechen lassen. Das hatte zu Recht zu einem Aufschrei in der Zivilgesellschaft geführt. Und jetzt geht er seinen Berliner Amtskollegen auch noch dafür an, dass dessen Senat das Kirchenasyl respektiert. Tschentscher hat nicht verstanden, worum es beim Kirchenasyl geht: Es geht um Menschlichkeit! Und schon gar nicht hat er verstanden, dass er mit seinem Verhalten ein Narrativ von Rechtsaußen bedient – das des angeblichen Missbrauchs von Kirchenasyl. Es ist ein fatales Signal, wenn ausgerechnet der Bürgermeister unserer Hansestadt solche Narrative immer weiter in die politische Mitte holt. Tschentscher sollte stattdessen lieber diese politische Mitte gegen Rechts stärken.“