Kühne-Oper darf kein gebauter Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit sein
Der Senat will auf Vorschlag und mit finanzieller Unterstützung von Klaus-Michael Kühne eine neue Oper bauen lassen. Einer der Kritikpunkte an dem Projekt ist, dass der Milliardär die NS-Vergangenheit seines Unternehmens nie öffentlich und unabhängig hat aufarbeiten lassen. Dabei ist lange bekannt, dass die Firma Kühne + Nagel tief in Verbrechen in der NS-Zeit verstrickt war. Ab 1942 transportierte sie geraubte Möbel, Kunst, Hausrat und Kleidung von deportierten NS-Opfern aus den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich nach Deutschland. Teile des Raubguts wurden im Schuppen 25, nur wenige Meter entfernt vom Standort des geplanten Opernhauses, zwischengelagert und später in Hamburg versteigert.
In der heutigen Bürgerschaftssitzung beantragt Die Linke, die Pläne für die Oper so lange auf Eis zu legen, bis sich Kühne vertraglich dazu verpflichtet, seine Archive zu öffnen, damit die NS-Geschichte unabhängig und öffentlich aufgearbeitet werden kann.
Marco Hosemann, Sprecher für Stadtentwicklung und Erinnerungskultur der Linksfraktion: „Der Senat lässt sich die Entwicklung der Stadt immer wieder von zwielichtigen Milliardären diktieren. Von der Elphi über den halben Elbtower bis zur Kühne-Oper wollen die Superreichen das Bild der Stadt bestimmen. Anstatt demokratische Prozesse darüber zu initiieren, wie wir die Stadt gestalten und ob es eine neue Oper in Hamburg braucht, will der Senat Kühnes Wunsch erfüllen und ihn ein Denkmal an die Elbe setzen lassen. An den Interessen der Hamburger*innen geht das vorbei. Läuft das Projekt aber finanziell aus dem Ruder, dürfen sie die Zeche zahlen.“
