Neue Arena für Olympia: Keine Belege für schlechte Bausubstanz des Volksparkstadions
Der Hamburger Senat benötigt für die Olympiabewerbung ein Leichtathletikstadion. Mit der Agenda 2020 legt das IOC allerdings Wert darauf, dass Austragungsorte nicht extra für Olympia neue Stadien bauen, die danach nicht mehr genutzt werden. Überraschend verkündete der Senat am 31. Mai, direkt neben dem Volksparkstadion ein Leichtathletikstadion zu errichten, das nach Olympischen Spielen als „neue hochmoderne Multifunktionsarena“ dem HSV zur Verfügung gestellt werde. Dieses würde auch unabhängig von Olympia gebaut, da die Instandhaltungskosten des Volksparkstadions spätestens in den 40er- und 50er-Jahren dieses Jahrhunderts wirtschaftlich nicht mehr tragbar seien. Allerdings: Es existieren keine Baugutachten oder ähnliche Grundlagen, die die diese Aussage untermauern. Das ergibt eine Anfrage der Linksfraktion. Erst im vergangenen Jahr hat der HSV 30 Millionen Euro zur Modernisierung des Stadions investiert. Außerdem erklärt der Senat, dass er sich noch nicht mit der Fragestellung beschäftigt habe, welche Mitspracherechte die Fans des Hamburger Sportvereins bei der Planung der neuen Arena erhalten werden.
Dazu Martin Wolter, sportpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Bei der Konzeption einer Multifunktionsarena stehen vor allem an Funktionalität ausgerichtete Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Gerade da kein reines Fußballstadion geplant ist, braucht es jedoch mehr als Funktionalität, um die Begeisterungsfähigkeit der Fans zu erhalten und deren fankulturellen Bedürfnissen gerecht zu werden. Um Fankultur zu erhalten, ist es wichtig, die aktive Beteiligung der Fußballfans frühzeitig zu fördern. Zunächst ist es jedoch dringend geboten, durch ein unabhängiges Gutachten überprüfen zu lassen, ob eine kostspielige neue Arena wirklich benötigt wird. Und das unabhängig von den aktuellen Plänen einer Hamburger Olympia-Bewerbung, denn das Stadion soll ja laut Senat auf jeden Fall errichtet werden.“
