Frauenhäuser: „Kein Grund, sich auf die Schulter zu klopfen“

  • 28. November 2018

Für „wirksame Konzepte gegen Beziehungsgewalt“ und verstärkte Frauenhäuser loben sich SPD und Grüne heute in der Aktuellen Stunde der Hamburgischen Bürgerschaft. „Frauen in akuten Bedrohungssituationen brauchen Schutzräume und ein funktionierendes Hilfesystem. Doch Hamburgs Frauenhäuser sind seit Jahren überlastet“, sagte in der Debatte die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Cansu Özdemir. Gemäß der Istanbul-Konvention fehlen in Hamburg aktuell 230 Frauenhausplätze – Plätze, die Leben retten könnten. Zudem liegt die Auslastung einiger Frauenhäuser zeitweise bei mehr als 100 Prozent, Frauen bleiben durchschnittlich 175 Tage in den Schutzräumen und der Betreuungsschlüssel ist viel zu gering.

„Wenn der Senat nun berichtet, dass allein in diesem Jahr sechs Frauen durch ihren Partner oder Expartner zu Tode gekommen sind, dann sollte das nicht der Moment sein, an dem man sich auf die Schulter klopft und sich gegenseitig versichert, dass in Hamburg doch eigentlich alles ganz gut läuft und bereits so und so viel für den Opferschutz getan wird“, sagte Özdemir. „Wir begrüßen die Investition von 820.000 Euro in den Opferschutz und damit auch in die geplanten 30 neuen Frauenhausplätze. Aber es fehlen weiterhin viele Plätze und finanzielle Mittel für eine nachhaltige Verbesserung der schutzsuchenden Frauen und der Hamburger Frauenhäuser.“