Neues Jugendgefängnis, veraltete Konzepte

  • 30. Juli 2019

Die vom Senat vorgestellten Pläne für die neue Jugendvollzugsanstalt in Billwerder sind bei Weitem nicht der große Wurf, wie es SPD und Grüne darstellen: „Die sehr verdichtete Bauweise mit dem Schwerpunkt auf vermeintlicher Gewaltfreiheit geht in die vollkommen falsche Richtung“, kritisiert Martin Dolzer, justizpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Eine Übersicht über alle Bereiche zu erreichen und unkontrollierte Kontakte zwischen den Gefangenen vollkommen zu verhindern ist unerreichbar und sollte nicht der Schwerpunkt des Jugendvollzugs sein.“

Vielmehr sollten erzieherische Maßnahmen, Resozialisierung, psychologische Betreuung, Trauma-Aufarbeitung und perspektivstiftende Beschäftigung sowie Offener Vollzug unabhängig von der Herkunft der Betroffenen im Zentrum dieses speziellen Vollzugs stehen. „Diese Aspekte sind allerdings im bisherigen Jugendvollzug in Hahnöfersand völlig mangelhaft entwickelt und leider auch in der neuen Konzeption kaum bedacht“, so Dolzer. „Im Jugendvollzug sind andere Bundesländer wesentlich weniger auf Repression bedacht und werden deshalb dem Auftrag der Resozialisierung besser gerecht als Hamburg.“