Proteste wirken: Erste Verbesserungen in Horror-Unterkunft Schlachthofstraße

Der Erstaufnahme-Standort in der Schlachthofstraße hat in den vergangenen Monaten Anlass für zahlreiche Proteste der Bewohnenden geboten. Nun gibt es erste Verbesserungen, wie eine Anfrage der Linksfraktion zeigt. Das Security-Unternehmen wurde ausgetauscht, nachdem es mit willkürlichem Vorgehen den Unmut der Bewohnenden auf sich gezogen hatte. Auch der umstrittene Caterer wurde gewechselt. Die Kompartiments werden ab sofort nicht mehr mit 12, sondern „nur“ noch mit acht Personen bewohnt. Das sind erste Erfolge des Protests der Bewohnenden. Die nun erfolgten Maßnahmen sind jedoch eher kosmetischer Natur, denn die strukturellen Probleme der viel zu langen Unterbringungsdauer von bis zu 840 Tagen (2,3 Jahre…) in den nach oben offenen Kompartiments bleiben bestehen. Es kommt in der Lagerhalle zu dauerhafter belastender Lärmbeeinträchtigung. Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten gibt es dort nicht.

Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Ich freue mich, dass die Proteste der Bewohner*innen echte Erfolge zeigen. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Standort für eine dauerhafte menschenwürdige Unterbringung nicht geeignet ist. Es leben dort weiterhin Kinder seit weit über einem Jahr und Erwachsene seit mehr als zwei Jahren. Und es kommen immer noch neue Menschen in den Standort, darunter auch Minderjährige. Das Ziel muss die Schließung der Schlachthofstraße und die lückenlose Schaffung menschenwürdiger Unterbringungskapazitäten sein. Ich habe den Eindruck, dass der Senat mit Blick auf die sinkenden Zuwanderungszahlen das Problem aussitzen will, statt endlich die Unterbringungssituation zu verbessern.“