Psychosoziale Hilfe für Geflüchtete: Senat verschleppt zugesagte Finanzierung!

Nach dem entsetzlichen Mord in der U-Bahn-Station Wandsbek Markt ist die psychische Gesundheit von Geflüchteten zum Thema geworden. Unbeachtet bleibt hierbei aber meist, wie schlecht die psychosoziale Versorgung ist. Nachdem der Bund bereits für den Haushalt 2025 und dann absehbar im Haushalt 2026 die Mittel für die psychosozialen Zentren um rund 50 Prozent gekürzt hat, hatte die Hamburgische Bürgerschaft Ende 2024 noch in der letzten Legislatur beschlossen, dass Hamburg diese Kürzungen 2025 und 2026 abfedert. Eine Anfrage der Linksfraktion zeigt nun, dass die Sozialbehörde die Mittel für 2025 immer noch nicht ausbezahlt hat. Der Bewilligungsprozess stehe kurz vor dem Abschluss, heißt es seitens des Senats. Welchen Einfluss die fehlenden Mittel auf die Bereitstellung des Angebots im Jahr 2025 hatten, beantwortet der Senat allerdings nicht.

Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es ist ein Armutszeugnis, dass die ohnehin schon völlig überlasteten und unterfinanzierten psychosozialen Zentren im vergangenen Jahr das zusätzliche Geld nicht erhalten haben. Die Folge waren Aufnahmestopps und noch längere Wartelisten für traumatisierte Geflüchtete. Das Leid der Betroffenen ist unendlich groß und führt zu Suizidversuchen bis hin zu Suiziden. Und auch die Beschäftigten der psychosozialen Zentren sind absolut am Limit. Der rot-grüne Senat redet sich mit einer ebenfalls überlasteten kassenärztlichen Versorgung raus. Er handelt jedoch fahrlässig und kurzsichtig zugleich, denn die Folgekosten sind um ein Vielfaches höher. Das Geld muss nun unverzüglich ausgezahlt und eine Zusage über 2026 hinaus gemacht werden.“