Quantität und Qualität gehören im Referendariat zusammen!

  • 1. Februar 2019

Rund 300 neue Lehrkräfte hat Schulsenator Ties Rabe heute begrüßt. „Das reicht bei Weitem nicht aus“, kritisiert Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Der Lehrkräftemangel ist auch an Hamburgs Schulen voll angekommen. Das zeigt sich unter anderem darin, dass Unterricht bereits heute in großem Umfang durch Studierende geleistet wird.“ Das belegt eine Anfrage (Drs. 21/15777) der Fraktion zum Vorbereitungsdienst von Lehrkräften an Hamburger Schulen. Demnach haben mehr als 800 Bewerber_innen bereits vor einer möglichen Einstellung 14 Monate und länger unterrichtet, in Einzelfällen offenbar bis zu 82 Monate.

„Der Nachweis von Unterrichtsaufträgen und unterrichtsähnlichen Tätigkeiten wird im Auswahlverfahren für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt positiv berücksichtigt. Das ist ein perfider Anreiz und trägt weder zu einer verantwortungsvollen und wertschätzenden Ausbildung der angehenden Lehrkräfte bei, noch zur Stärkung und Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität in den Schulen“, kritisiert Boeddinghaus. „Der Druck, neben dem Studium zu unterrichten, wird natürlich durch das neue Zulassungsverfahren verstärkt. Studierende sollten aber nicht als Lückenfüller eingesetzt werden, weil Lehrkräfte fehlen. Der Senator muss endlich seiner Fürsorgepflicht nachkommen, weitere Referendariatsplätze zur Verfügung stellen und den pädagogischen Nachwuchs nicht weiter verheizen!“