Schlachthofstraße: Nun doch ein Ende der Belegung zum Jahresende
Erstmals gibt es auf eine Anfrage der Linksfraktion (Drs. 23/4889) konkretere Antworten zur Harburger Erstaufnahme Schlachthofstraße 3-5. Zwar spricht der Senat von einer weiteren Nutzung, allerdings nur als Reservestandort. Der Mietvertrag über den Standort bleibe bestehen, der Vertrag mit dem DRK läuft jedoch zum 31.12.26 aus. Unter der Voraussetzung des gegenwärtigen Zuzugs soll die Fegro-Halle zum Ende des Jahres „leergezogen“ sein. Eine öffentliche Unterkunft mit Containermodulbauten auf dem Außengelände ist in Prüfung, könnte ggf. im ersten Quartal 2027 bezogen werden. Zugleich werden die öffentliche Unterkunft Schwarzenbergplatz in 2027 und die Erstaufnahme Eichenhöhe 9 zum Jahresende 2026 geschlossen.
Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es ist eine gute Nachricht, dass der Senat endlich das Belegungsende der furchtbaren Fegro-Halle in der Schlachthofstraße in Aussicht stellt. Dass er sich aber die Hintertür mit einem Reservestandort offenlässt, finde ich bedenklich. Für kurze Zeit mag das okay sein, aber die Gefahr ist groß, dass Menschen es wieder über Gebühr lange dort aushalten müssen. Scharf zu kritisieren ist außerdem, dass der Senat die von den Schließungen Betroffenen im Unklaren über Ihre Zukunft lässt. So geht man nicht mit Menschen um.“
Dazu Simon Dhemija, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Bezirksversammlung Harburg: „Es ist eine Zumutung, dass die Bewohner*innen und wir als Bezirkspolitiker*innen so eine wichtige Entscheidung wie die Teilschließung des Standorts Schlachthofstraße nur über Gerüchte erfahren. Seit Jahren haben wir in Harburg mit der Schlachthofstraße eine der schlechtesten Unterkünfte der Stadt. Um menschenwürdige Unterbringungsbedingungen zu erreichen, musste sich erst ein Protestbündnis zusammentun. Intransparenz ist die Devise des Senats beim Umgang mit den Harburger*innen und ihrem Bezirk. Ohne Mitgestaltung der Menschen vor Ort funktioniert Demokratie aber nicht.“
