Sportspende der Otto-Stiftung: Langfristige Förderung statt Werbung!

Wie der Senat heute bekannt gegeben hat, will die Alexander-Otto-Sportstiftung in allen 104 Stadtteilen Projekte fördern, die „den olympischen Gedanken in die Stadt tragen“. Dafür stellt die Stiftung eine Million Euro bereit.

Dazu Martin Wolter, sportpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „So schön es klingen mag, den olympischen Gedanken in die Stadt zu tragen – die Realität der Olympischen Spiele unter dem IOC hat mit diesem Ideal kaum noch etwas zu tun. Sport und Völkerverständigung dienen bei Olympia längst nur noch als Fassade; im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Profite für wenige. Die sozialen, ökologischen und finanziellen Folgen trägt hingegen die Mehrheit der Gesellschaft. Olympische Spiele verursachen einen enormen ökologischen Fußabdruck und beschleunigen die Klimakatastrophe. Sie treiben die Mieten in die Höhe und gehen mit massiven Grundrechtseinschränkungen einher. Damit viele Menschen sich die Teilnahme an Sportangeboten leisten können, bräuchte es soziale Gerechtigkeit, faire Löhne und bezahlbare Mieten. Der Breitensport in der Stadt braucht keine kurzfristigen Zuwendungen privater Stiftungen, sondern verlässliche, langfristige Förderung. Die Spende der Otto- Stiftung macht die aktuellen Defizite besonders deutlich: Gefördert werden sollen Ausrüstung, Fahrten zu Wettkämpfen sowie Trainer*innenhonorare und Fortbildungskosten. Dass das überhaupt gefördert werden muss, ist schon beschämend. Wären alle Vereine
finanziell ausreichend ausgestattet, bräuchte es keine privaten Spenden. Hier jetzt punktuell hineinzuwirken, löst das Problem nicht. Sollte Hamburg Austragungsort für Olympia werden, stellt sich die Frage, wie viel Spielraum im Hamburger Haushalt dann noch für eine dezentrale Sportförderung bleibt. Die vermeintlich großzügige Spende der Otto-Stiftung ist in Wirklichkeit eine durchsichtige Werbemaßnahme eines Unternehmens, das im Gegensatz zur Mehrheit der Hamburger*innen von Olympia profitieren würde.“