Stopp für neue Studierende: Steht der Masterstudiengang Pflege- und Therapiewissenschaft vor dem Aus?
Ein Schreiben von Uni-Präsident Prof. Dr. Hauke Heekeren wirft ein düsteres Licht auf die Wissenschaftspolitik des Senats: Aus dem Schreiben vom 14. August an Bewerber*innen des Aufbaustudiengangs Pflege- und Therapiewissenschaft geht hervor, dass zum Wintersemester 2026/27 keine neuen Studierenden zugelassen werden. Hauptgrund sind laut Schreiben fehlende finanzielle Mittel. Noch im vergangenen Jahr hatte Rot-Grün sich für den Studiengang, der in Kooperation von der Universität Hamburg und der HAW angeboten wird, feiern lassen – denn der ist für eine professionalisierte Pflegeausbildung immens wichtig und soll Pflegelehrkräfte von morgen schulen.
Dazu Sabine Ritter, wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Wenige Wochen vor Semesterstart ist so ein Schreiben ein Offenbarungseid für die Politik von Senatorin Blumenthal. Es zeigt, in welcher desaströsen finanziellen Lage sich Universität und HAW befinden. Es werden dringend neue Lehrkräfte in der Pflegeausbildung benötigt, es gibt junge Menschen, die diese Lücke füllen wollen – doch die werden kurz vor Semesterstart vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Senatorin muss dringend erklären, ob der Masterstudiengang Pflege- und Therapiewissenschaft eine Zukunft hat oder ob sie ihn still und leise beerdigen will. Der ganze Vorgang wirft ein schlechtes Licht auf die Lage in ihrer Behörde und ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.“
Dazu Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Der Stopp des Studiengangs ist eine Bankrotterklärung des Senats. Die akademische Ausbildung ist für Pflegelehrkräfte gesetzlich vorgeschrieben. Der Studiengang wurde mit viel rot-grünem Eigenlob gestartet – auch als Aufstiegsoption für Pflegekräfte, die so im Beruf bleiben. Und jetzt droht das alles nach nur einer Zulassungsrunde wie ein Kartenhaus zusammenzufallen, weil Geld fehlt. Was bleibt, sind private Hochschulen mit hohen Studiengebühren. So gefährdet der Senat die Fachkräftesicherung und ist mittelfristig verantwortlich für Engpässe bei der Pflegeausbildung.“
