Unterkunft Sophienterrasse: Der Countdown läuft

Nach zehn Jahren Betrieb wird die Geflüchtetenunterkunft Sophienterrasse mit Beginn der Sommerferien 2025 endgültig geschlossen. Derzeit halten sich nur noch Familien mit Kindern dort auf. Dies war ein Zugeständnis, insbesondere um Grundschulkindern den Schuljahresabschluss vor einem Umzug zu ermöglichen. Lediglich zwei Alleinstehenden und einer Kleinfamilie ist der Umzug in privaten Wohnraum gelungen. Dies ergibt sich aus einer Anfrage der Linksfraktion. Die neu zugewiesenen Unterkünfte liegen zudem keineswegs so nah, wie ursprünglich versprochen: Auch nach Rothenburgsort und Bahrenfeld müssen die Betroffenen nun umziehen.

Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Antworten des Senats auf unsere Anfrage sind stark beschönigt, in der Praxis erlebe ich die Abwicklung der Geflüchtetenunterkunft ganz anders. Es werden längst nicht alle Unterkünfte genannt, in die Familien mit Schulkindern verlegt werden. Besonders hart trifft es eine Familie mit mehreren schulpflichtigen Kindern, die ins Niemandsland nach Billbrook verlegt werden soll. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen nicht vollständig berücksichtigt wurden. Und schließlich wird in den Antworten verklausuliert eingeräumt, dass die Familien keine Unterstützung beim Schul- und Kita-Wechsel erhalten. Der Senat ruht sich auf dem großen ehrenamtlichen Engagement für die Bewohner*innen der Sophienterrasse aus. Für mich steht die Schließung der Sophienterrasse nach zehn Jahren sinnbildlich für ein Ende des ‚Wir schaffen das‘. Wir brauchen dringend eine Kehrtwende in der Migrationspolitik weg von der Ressourcenverschwendung für Grenzsicherung hin zu einer menschenwürdigen Versorgung von Geflüchteten!“