Weil Zugang zu Hilfsangeboten fehlt: 21 Menschen sterben auf Hamburgs Straßen
Mindestens 21 obdachlose Menschen sind seit April 2025 auf Hamburgs Straßen gestorben. Hinzu kommen 23 weitere Menschen ohne festen Wohnsitz, die in Hamburger Krankenhäusern verstorben sind. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.
Dazu Olga Fritzsche, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es macht mich fassungslos, dass trotz milder Temperaturen und selbst über die Sommermonate hinweg Menschen auf der Straße gestorben sind – viele von ihnen waren allein und schutzlos, starben an Erkrankungen, die bei rechtzeitiger und guter Behandlung nicht hätten tödlich verlaufen müssen. Die Gesundheitsberichterstattung bestätigt dies: Die Mehrheit der obdachlosen Menschen sucht selbst bei Krankheit keine ärztliche Versorgung auf – nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil ihnen das System den Zugang erschwert. Schlechte Erfahrungen, Angst vor Behandlungen, fehlende Informationen, materielle Hürden und Diskriminierung verhindern eine angemessene Versorgung. Viele Betroffene fühlen sich nicht respektiert, nicht ernst genommen und stigmatisiert. Dass Menschen krank bleiben oder sogar sterben, weil ihnen der Weg zu Ärzt*innen verbaut wird, ist untragbar – so wie auch die wachsende Obdachlosigkeit in Hamburg untragbar ist. Diese Hürden müssen endlich abgebaut werden.“
