Bundeswehr an Schulen? Linke fordert vergleichbare Einbeziehung von Friedensinitiativen

Im April 2026 hat Schulsenatorin Ksenija Bekeris mit der Bundeswehr eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Diese sieht vor, dass der Bundeswehr privilegierter Zugang zu Hamburger Schulen gewährt wird. Ihre Angebote werden den Schulen durch die Schulbehörde mitgeteilt. Begründet wurde dieser Schritt von Senatorin Bekeris ausgerechnet mit dem Kontroversitätsgebot des Beutelsbacher Konsenses – eine vergleichbare Kooperationsvereinbarung mit Friedensinitiativen besteht jedoch nicht. Diese Lücke will die Linksfraktion nun schließen.

Dazu David Stoop, friedenspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Senatorin Bekeris treibt die Militarisierung der Schulen voran. Erst wird die Werbung für die Bundeswehr in Schwimmbädern und Schulmensen ausgeweitet, dann wird auch noch ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, mit dem Soldat*innen verstärkt in die Schulen geholt werden. Begründet wird dies ausgerechnet mit dem pädagogischen Gebot, gesellschaftlich strittige Themen in der Schule kontrovers zu diskutieren. Klingt gut, aber das muss dann natürlich auch für die andere Seite gelten! Eine Vereinbarung mit Friedensbewegungen aber gibt es nicht – eine nicht-militärische Sicht auf Konfliktlösung wird also gezielt benachteiligt. Das ist pädagogisch unverantwortlich. Die Bundeswehr gehört aus unserer Sicht überhaupt nicht an Schulen – wenn sie aber eingeladen wird, muss zumindest sichergestellt werden, dass friedenspolitische Sichtweisen ebenso zu Wort kommen. Genau das ist das Ziel unseres Antrags für eine Kooperationsvereinbarung mit Friedensinitiativen in Hamburg.“