„Fördern statt Wiederholen“ verfehlt Ziele klar – Linke fordert Konsequenzen

  • 10. Dezember 2017

Die Fraktion DIE LINKE erhebt schwere Vorwürfe gegen das Programm „Fördern statt Wiederholen“ der Schulbehörde. Nach der Auswertung der Antwort auf eine Große Anfrage (Drs. 21/10810) befindet Sabine Boeddinghaus, Schulexpertin der der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Das Programm ist ein totaler Fehlschlag.“

Wie die Zahlen zeigen, bleibt die 2011 eingeführte kostenlose Lernförderung weit hinter den gesteckten Zielen zurück. „Nicht einmal 50 Prozent aller teilnehmenden Schüler_innen sind erfolgreich, Erhebungen zur Lernförderung sind nicht transparent, klare Absprachen und Rückkopplungen zwischen Schule und Lernförderung sind offenbar inexistent“, kritisiert Boeddinghaus. Ferner zeige die Anfrage, dass die Qualifikation der Lernförderkräfte unklar ist und dass diese größtenteils gar nicht pädagogisch geschult sind. „Unterrichtsausfall wird weder erhoben noch geprüft, eine Evaluation und Nachsteuerung bleibt diffus. Eine zielgerichtete Lernförderung sieht anders aus“, meint Boeddinghaus.

Im Schuljahr 2016/17 haben den Zahlen nach 15070 (29 Prozent) der Grund-, 23360 (41 Prozent) der Stadtteilschul- und 9472 (18,4 Prozent) der Gymnasialschüler_innen die kostenlose Lernförderung erhalten. Dabei lagen die Quoten der Schüler_innen, die beispielsweise in Deutsch bzw. Mathe erfolgreich gefördert werden konnten, an den Grundschulen gerade einmal bei 14 Prozent (Deutsch) bzw. 13 Prozent (Mathe), bei den Stadtteilschulen betrug der Anteil in beiden Fächern nur 28 Prozent und auch die Gymnasien blieben mit 43 Prozent in Deutsch bzw. 37 Prozent in Mathe deutlich unterhalb der Hälfte.

Verbindliche Standards bei Inhalten, Umsetzung sowie fachliche Qualifikation des Personals im Programm müssen vom Senat garantiert werden“, meint Boeddinghaus. „Doch der Schulsenator stiehlt sich mit seinem stereotypen Verweis auf die selbstverantwortete Schule aus der Verantwortung. Zudem zeigen die hohen Lernförderungsteilnahmen, dass der Regelunterricht dringend personell und fachlich besser ausgestattet werden muss, um die Förderung direkt dort verankern zu können. Das Programm ‚Fördern statt Wiederholen‘ darf im Sinne der inklusiven Schule nicht dazu führen, dass Schüler_innen zunehmend in ausgelagerte Maßnahmen exkludiert werden.“