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Gleiche Chancen auf den Schulabschluss sichern

Mehr Chancengleichheit auf dem Weg zu einem höheren Schulabschluss will die Fraktion DIE LINKE mit einem Antrag (Drs. 21/10915) in der morgigen Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft erreichen. „Derzeit haben es Hamburger Schüler_innen doppelt so schwer, den Mittleren Schulabschluss (MSA) zu machen, wie den Sprung vom MSA zum Abitur“, erklärt die Schulexpertin der Fraktion, Sabine Boeddinghaus. „Das muss umgehend behoben werden.“

Nach Änderungen im Hamburgischen Schulgesetz und der Prüfungsordnung beträgt die Schwelle vom Ersten Schulabschluss (ESA) zum Mittleren seit 2015 zwei Notengrade, während die vom MSA zur allgemeinen Hochschulreife (Abitur) nur einen Notengrad beträgt. Zudem hat nun die Schulbehörde bei der Zulassung zur freiwilligen Wiederholung der 10. Klasse, um den mittleren Schulabschluss zu schaffen, stets das letzte Wort. „Das ist falsch, denn die Einschätzungen der Lehrer_innen, das schulische Umfeld und gerade auch die persönliche Lernperspektive können dabei nicht angemessen berücksichtigt werden, was zum Nachteil der Betroffenen ist“, so Boeddinghaus. „Speziell der Einwand der Behörde, die Erreichung des mittleren Schulabschlusses an den Berufsschulen sei für die Betroffenen eine gleichwertig gute Perspektive, trägt nicht. Das belegen auch die Zahlen klar.“ So erreichten 2015/16 lediglich 16,9 Prozent der Berufsschüler_innen den MSA auf diese Weise (vgl. Drs. 21/10079).

„Es versteht sich von selbst, dass Schüler_innen die Chance haben müssen, einen mittleren Abschluss direkt an der Schule anzustreben. Genauso, dass diejenigen, die vom niedrigsten zum mittleren Abschluss gelangen wollen, es nicht schwerer haben dürfen als der Rest. Aber genau so ist es derzeit leider“, kritisiert Boeddinghaus. „Darum wollen wir die beste Lösung dazu im Fachausschuss beraten, um die entsprechenden Änderungen anzugehen. Denn alle Schüler_innen haben das Recht auf echte Chancengleichheit.“