Hamburg braucht endlich einen NSU-Untersuchungsausschuss!

  • 22. April 2018

Am Donnerstag beschließt der Landtag Mecklenburg-Vorpommern die Einsetzung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der NSU-Aktivitäten in dem Bundesland. Damit ist Hamburg, wo die NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt am 27. Juni 2001 Süleyman Taşköprü ermordeten, nun das einzige NSU-Tatortland ohne einen entsprechenden Untersuchungsausschuss.

„Viele Fragen sind nach wie vor unbeantwortet, etwa die nach den Hintergründen des Mordes, der Identität der Helfershelfer aus der Stadt und den Gründen für das Totalversagen der Sicherheitsbehörden“, erklärt dazu die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Christiane Schneider„Warum Süleyman Taşköprü? Warum die für den Mord sorgfältig ausgewählte Schützenstraße? Welche Rolle spielte die damals extrem militante Hamburger Neonaziszene um Worch und Wulff, die intensive Kontakte zum engen Umfeld von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe pflegten? Warum stellten sich die hiesigen Sicherheitsbehörden nicht einmal die Frage nach einem extrem rechten und rassistischem Hintergrund des Mordes?“

Schneider weist darauf hin, dass die Familie Taşköprü nicht zur Ruhe kommen kann, solange die Antworten ausbleiben. „Die Forderung nach einem Untersuchungsausschuss auch in Hamburg bleibt deshalb aktuell. Wir werden sie gemeinsam mit vielen anderen immer wieder erheben, bis die Stadt ihre Verantwortung für die Aufklärung endlich wahrnimmt.“