Schwangerschaftsabbrüche: Hamburg braucht mehr Angebote und verlässliche Daten
Die heute veröffentlichten Zahlen zu Schwangerschaftsabbrüchen in Hamburg zeigen vor allem eines: Der Bedarf an sicheren und erreichbaren Angeboten bleibt hoch. Während die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im vergangenen Jahr leicht gestiegen ist, ist gleichzeitig die Zahl der Praxen, die entsprechende Eingriffe anbieten, zurückgegangen. Bereits in einer Anfrage der Linksfraktion (Drs. 23/1384) hat der Senat trotz sinkender Anbieterzahlen von einer gesicherten Versorgung gesprochen – ohne allerdings ausreichend Daten dazu vorzulegen. Wer aber weder Versorgungslücken noch Belästigungen oder Beschwerden systematisch erfasst, kann die tatsächliche Situation Betroffener kaum seriös bewerten.
Dazu Hila Latifi, Fachsprecherin für Feminismus der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die neuen Zahlen machen deutlich: Der Bedarf verschwindet nicht. Umso problematischer ist es, wenn gleichzeitig immer weniger Praxen Schwangerschaftsabbrüche anbieten und der Senat die tatsächliche Versorgungslage nicht ausreichend erfasst. Hamburg braucht wohnortnahe Angebote, unabhängige Beschwerdestrukturen und verlässliche Daten.“
