Wildtiere im Zirkus: Keine öffentlichen Flächen für Tierquälerei!

Vom 17. September bis 11. Oktober 2026 gastiert auf dem Heiligengeistfeld der Circus Krone. Teil des Programms sind Wildtierdressuren. Die Linksfraktion beantragt in der nächsten Bürgerschaftssitzung am 30.09.2026, Zirkusgastspiele mit Wildtierdarbietungen auf städtischen Flächen in Hamburg nicht mehr zu genehmigen.

Dazu Stephan Jersch, tierschutzpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Wir warten seit über zwanzig Jahren auf eine bundespolitische Lösung, bisher aber ohne Ergebnis. Deutschland zählt beim Schutz von Wildtieren vor der Zirkusmanege zu den europäischen Schlusslichtern, während 30 europäische Länder längst Verbote oder Einschränkungen erlassen haben. Das muss Hamburg nicht länger hinnehmen: Wenn der Bund nicht handelt, muss die Stadt die Wildtiere schützen.“

Bereits in den rot-grünen Koalitionsverträgen der Jahre 2015, 2020 und 2025 hatte sich die Koalition von Zirkusgastspielen mit Wildtieren distanziert, bislang jedoch ohne Konsequenzen. Auch auf Bundesebene ist ein Verbot mehrfach gescheitert: Der Bundesrat forderte die Bundesregierung bereits 2003, 2011 und 2016 mit Mehrheit auf, ein Wildtierverbot im Zirkus zu erarbeiten – dreimal ohne Ergebnis. Jersch: „Dass ein Zirkus auch ohne Wildtiere erfolgreich sein kann, zeigen andere Zirkusbetriebe, die seit Jahren bewusst auf Wildtierdressuren verzichten. Sie begeistern das Publikum stattdessen mit Artistik, Illusionen und Hologrammen – und das künstlerisch wie wirtschaftlich mit großem Erfolg. Über 100 deutsche Städte und Kommunen, darunter Köln, München, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig, haben auf kommunaler Ebene bereits Regelungen geschaffen, die Zirkusgastspielen mit Wildtieren auf öffentlichen Flächen einen Riegel vorschieben. Sie berufen sich dabei auf ihr Recht, die Nutzung eigener Flächen zu regeln und begründen dies mit Tierschutz- und Gefahrenabwehrerwägungen. Das muss nun auch in Hamburg möglich sein.“