Zwangsräumungen: Hamburg kriegt das Problem nicht in den Griff
1142 Haushalte wurde im Jahr 2025 zwangsgeräumt, davon liefen 270 Räumungen bei der SAGA. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden 1201 Haushalte zwangsgeräumt, davon 247 bei der SAGA. Hinzukommt, dass aktuell 1289 Haushalte auf den Wartelisten der Fachstellen für Wohnungsnotfälle auf einen Platz in der öffentlich-rechtlichen Unterkunft warten. Das ist das Ergebnis einer Anfrage der Linksfraktion.
Dazu Olga Fritzsche, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Es ist schon ziemlich absurd: Die Zahl der Zwangsräumungen bleibt auf hohem Niveau – ohne nennenswerte Verbesserung zum Vorjahr – und fast jede vierte geht auf das Konto der SAGA. Das ist keine Entwarnung, sondern ein deutliches Zeichen dafür, dass sich strukturell schlicht nichts bewegt. Klar, die Gründe für den Verlust der eigenen Wohnung sind vielfältig. Aber ebenso klar ist: Eine Zwangsräumung ist für viele Menschen der Startschuss in eine jahrelange Obdachlosigkeit. Gleichzeitig warten fast 1.300 Haushalte auf einen Platz in den Unterkünften. Darunter sind 291 Familien, die teilweise in prekären Verhältnissen bei Verwandten oder Bekannten unterkommen müssen – oft auf engstem Raum und ohne jede Perspektive. Dass es nicht einmal gelingt, diese Menschen in eine Unterkunft zu vermitteln, zeigt deutlich: Das ist längst kein Randproblem mehr, sondern ein handfester Notstand. Ich erwarte, dass der Senat nicht mehr länger zusieht, sondern die Fachstellen endlich personell aufstockt. Die Linke hat dazu schon viele Vorschläge gemacht, die alle abgelehnt wurden.“
