Insolvenz von Integrationszentrum: Senat muss bisherige Träger absichern
Die Sozialbehörde beendet zum Jahresende die Förderung der zwölf Hamburger Integrationszentren in ihrer bisherigen Trägerschaft und vergibt die Beratung neu. Nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts steht nun mit verikom bereits ein erster der bisherigen Träger der Integrationszentren vor der Zahlungsunfähigkeit. 56 Beschäftigte sind betroffen.
Dazu Hila Latifi, Sprecherin für Integration der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Warnungen lagen auf dem Tisch. Jetzt zeigt sich, welche Folgen der Senat mit seinem Vorgehen in Kauf nimmt: Erfahrene Träger geraten in existenzielle Not, 56 Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze und Ratsuchende um ihre vertrauten Anlaufstellen. Die Sozialbehörde kann sich nicht damit herausreden, das Ende der Förderung rechtzeitig angekündigt zu haben. Wer solche Entscheidungen trifft, muss auch für einen verantwortbaren Übergang sorgen.“
Dazu Carola Ensslen, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Integration braucht Vertrauen, verlässliche Beratung und gewachsene Netzwerke in den Stadtteilen. Diese Strukturen lassen sich nicht zum Jahreswechsel beliebig austauschen. Der Senat muss jetzt gemeinsam mit den betroffenen Trägern eine Lösung finden, die Insolvenzen abwendet, Fachkräfte hält und Beratungslücken verhindert. Die Sozialbehörde muss Personal- und Mietkosten der bisherigen Träger absichern. Die Kritik am Vergabeverfahren muss ernst genommen werden. Eine Fortsetzung der bisherigen Arbeit ist dringend notwendig für gelingende Integration in dieser Stadt.“
