Kriegsprofiteure auf Shoppingtour: Rheinmetall kauft Blohm + Voss

Der Düsseldorfer Rüstungshersteller Rheinmetall hat angekündigt, Naval Vessels Lürssen (NVL) zu kaufen, die Marinesparte der Bremer Lürssen-Gruppe. Teil des Deals ist auch die Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss. Die Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft stellt sich gegen die Übernahme und warnt vor der wachsenden Macht von Konzernen, die Geschäfte mit Kriegsgütern machen.

David Stoop, friedenspolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Mit Kriegsproduktion lassen sich derzeit fette Gewinne erwirtschaften – leider! Allein im letzten Jahr konnte Rheinmetall sein operatives Ergebnis um 61 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro steigern. Die operative Marge im Rüstungsbereich stieg auf 19 Prozent – davon können viele zivile Bereiche nur träumen. Doch anstatt die Übergewinne zu besteuern, lässt der Staat es zu, dass wenige Konzerne immer mächtiger werden und – wie jetzt Rheinmetall im Hamburger Hafen – auf Shoppingtour gehen können. Das sollte auch die Kartellbehörde im Blick haben, die dem Deal noch eine Absage erteilen kann.“
Kay Jäger, hafenpolitischer Sprecher der Linksfraktion, ergänzt: „Die Übernahme von Blohm + Voss durch einen Rüstungskonzern ist eine ganz schlechte Nachricht für Hamburg. Mit der Übernahme droht eine Militarisierung des Hafens, die nicht im langfristigen Interesse der Beschäftigten liegen kann. Wir setzen uns stattdessen dafür ein, die zivile Hafenwirtschaft zu stärken, denn hier liegt die Zukunft.“