Personalnot in Ämtern: Hamburgs Bezirke sind am Limit!
Rund 956 der fast 9079 Stellen in Hamburgs Bezirksämtern sind nicht besetzt – das ist gut jede zehnte Stelle. Das ergibt die Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion. Traurige Spitzenreiter sind Hamburg-Mitte mit 15,5 Prozent, Altona mit 12,21 Prozent sowie Eimsbüttel und Wandsbek mit jeweils über zehn Prozent nicht-besetzter Stellen. Besonders betroffen in allen Bezirksämtern sind die Fachämter Grundsicherung und Soziales, die Jugendämter sowie das Management des öffentlichen Raums. In diesen Ämtern wurden auch die meisten Überlastungsanzeigen geschrieben.
Dazu Marco Hosemann, bezirkspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die Bezirke sind am Limit! Seit Jahren gibt es keine merklichen Verbesserungen bei der Besetzung von Stellen. Im Gegenteil: So hat sich in Altona die Situation im Vergleich zum Vorjahr sogar deutlich verschlechtert. In allen Bezirken fehlt Personal beim Management öffentlicher Raum – also dort, wo es um die Unterhaltung von Straßen, Spielplätzen und Parkanlagen geht. Zugleich schreiben die Grundsicherungs- und Jugendämter die meisten Überlastungsanzeigen. Wenn die Mitarbeiter*innen dort nicht mehr hinterherkommen, hat das negative Auswirkungen auf Familien, Jugendliche, Kinder und Leistungsbeziehende. Beim Wohngeld liegt die aktuelle Bearbeitungszeit bei durchschnittlich 17 Wochen. Das dauert viel zu lange, weil die Menschen akut Probleme haben, ihre Miete zu bezahlen.“
Dazu David Stoop, Sprecher für den Öffentlichen Dienst der Linksfraktion: „Es sind mehr als 950 Stellen in den Bezirksämtern nicht besetzt und trotzdem finden sich im Stellenportal der FHH nur 65 ausgeschriebene Stellen – offensive Personalpolitik sieht anders aus. Der Rückzieher von Senator Dressel bei der Zulage für bürgernahe Dienstleistungen und auch die aktuelle Blockadehaltung bei den Tarifverhandlungen mit ver.di zeigen, wie wenig Wertschätzung es für die Arbeit der Mitarbeiter*innen in den Bezirksämtern gibt. Klar ist doch: Um dem Personalmangel dort wirksam zu begegnen, sind mehr Stellen und bessere Bezahlung nötig – sonst wird das nix.“
