„Projekt Medusa“: Hamburg muss Betroffene sexueller Gewalt besser schützen

Erst der Fall von Gisèle Pelicot, dann der Fall der Hamburger Autorin Claudia Wuttke – und nun deckt das internationale Ermittlungsprojekt „Medusa“ europaweit Netzwerke auf, in denen Frauen betäubt und vergewaltigt wurden und die Taten dann online verbreitet wurden. Die Ermittlungen machen deutlich, wie systematisch und organisiert geschlechtsspezifische Gewalt längst stattfindet.

Dazu Hila Latifi, Fachsprecherin für Feminismus der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Die erschütternden Erkenntnisse aus dem Projekt Medusa zeigen, wie perfide sexualisierte Gewalt organisiert wird. Frauen werden betäubt, vergewaltigt und ihre Misshandlung in digitalen Netzwerken verbreitet. Dass viele Betroffene die Taten aufgrund der eingesetzten Betäubungsmittel zunächst nicht einmal wahrnehmen oder sich später nicht daran erinnern können, macht deutlich, mit welcher Brutalität Täter vorgehen. Dass Hamburg immer wieder im Zusammenhang mit besonders schweren Fällen sexualisierter Gewalt Schlagzeilen macht, muss ein Weckruf sein: Der Schutz von Frauen darf nicht erst einsetzen, wenn die Tat geschehen ist. Wir brauchen endlich eine Strategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt, die Prävention, Schutz und Strafverfolgung wirksam miteinander verbindet.“