1057 Fälle rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Hamburg im Jahr 2025
Der erste Jahresbericht der merkmalsübergreifenden Hinweisstelle HiNT zeichnet ein alarmierendes Lagebild rechter, rassistischer und antisemitischer Vorfälle in Hamburg. Für das Jahr 2025 dokumentierte HiNT insgesamt 1.057 Vorfälle, darunter 508 rassistische, 195 antisemitische sowie 130 gegen Frauen und LGBTIQ*-Personen gerichtete Vorfälle. Zugleich betont die Hinweisstelle, dass die erfassten Fälle nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Betroffenheit abbilden, da viele Vorfälle nicht gemeldet werden und im Dunkelfeld verbleiben.
Dazu Hila Latifi, Fachsprecherin für Antidiskriminierung der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Der Jahresbericht zeigt, wie alltäglich Diskriminierung und menschenverachtende Gewalt in Hamburg sind. Hinter jedem Vorfall steht ein Mensch, dessen Würde, Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe angegriffen wurde. Gerade deshalb müssen die Betroffenen konsequent geschützt werden und die Politik muss diese Gewalt in all ihren Formen klar benennen und bekämpfen.“
Dazu Deniz Celik, innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Der HiNT-Jahresbericht macht klar: Polizeistatistiken zeigen nur den Teil rechter, rassistischer und antisemitischer Vorfälle, der überhaupt angezeigt und strafrechtlich erfasst wird. Das tatsächliche Ausmaß geht aber weit darüber hinaus. Gerade deshalb braucht Hamburg ein unabhängiges zivilgesellschaftliches Monitoring, das Betroffenenperspektiven ernst nimmt, auch Vorfälle unterhalb der Strafbarkeit sichtbar macht und das Dunkelfeld aufhellt. Diese Arbeit von HiNT darf nicht von befristeten Projektmitteln abhängen, sondern braucht eine langfristige und auskömmliche Finanzierung.“
