Aktuelle Stunde zum Mord an Asal: Gewalt hat nichts mit Herkunft zu tun

Der Tod der 18-jährigen Fatemeh (“Asal”) auf dem U-Bahnhof Wandsbek-Markt ist Thema der Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft.

Dazu Hila Latifi, Sprecherin für Integration und Antidiskriminierung der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Dass ausgerechnet die AfD den Femizid an Asal instrumentalisiert, während sie selbst einen antifeministischen Kulturkampf führt, ist das Allerletzte. Auch die CDU stimmt mit ein und normalisiert damit das rassistische Narrativ, Gewalt sei über die Herkunft erklärbar. Damit verstärken sie gemeinsam den Rechtsruck in unserer Gesellschaft, der nicht nur Migrant*innen, sondern auch Frauen massiv gefährdet. Wer sie wirklich schützen will, investiert in Frauenhäuser, Beratung, Prävention und eine verlässliche soziale Infrastruktur und bedient keine Abschiebefantasien oder lässt Frauen sogar aus Schutzräumen heraus abschieben. Patriarchale Gewalt ist ein strukturelles Problem, kein Herkunftsmerkmal.“

Dazu Carola Ensslen, fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion: „Es ist völlig verfehlt, eine Sicherheitsdebatte gegen Geflüchtete zu eröffnen. Ob jemand zum Mörder wird oder nicht, ist keine Frage der Herkunft. Damit verbietet sich auch angesichts dieser Tat eine Debatte über noch mehr Abschiebungen und Abschottung. Wir brauchen etwas ganz anderes: eine bessere Unterbringung und psychosoziale Versorgung von Geflüchteten!“

Dazu Deniz Celik, innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion: „Das Narrativ einer Zunahme der Kriminalität durch Migration ist falsch. Die Statistiken belegen, dass Gewaltdelikte im Langzeittrend eher abnehmen. Wer Sicherheit ernst meint, muss auf Prävention setzen: mit stabilen sozialen Strukturen und frühzeitigem Zugang zu Therapieplätzen.“